Revolution im Fahrstuhlschacht

Aufzüge wurden bereits vor über 500 Jahren gebaut, um Menschen und Waren zu transportieren. Seither ist der Seilaufzug die verbreitest Antriebsart. Während die Mobilität in anderen Bereichen durch autonome Fahrzeugflotten revolutioniert wird, scheint sich beim Thema Aufzüge nicht viel zu tun.

Weit gefehlt, denn der Aufzughersteller ThyssenKrupp kappt das Seil und will in Zukunft ohne auskommen. Dafür erhält jede Kabine ihren eigenen Antrieb, mit dem sie auch seitwärts fahren kann. So können sich mehrere Kabinen unabhängig voneinander in vertikalen und horizontalen Schächten bewegen und ausweichen. Das erhöht nicht nur die Beförderungskapazität sondern ermöglicht auch neue Baukonzepte.

ThyssenKrupps MULTI besteht aus mehreren Kabinen pro Schacht und ermöglicht eine vertikale und horizontale Bewegung. (Quelle: ThyssenKrupp)

ThyssenKrupps MULTI besteht aus mehreren Kabinen pro Schacht und ermöglicht eine vertikale und horizontale Bewegung. (Quelle: ThyssenKrupp)

Als Antrieb kommt ein Linearmotor zum Einsatz, den ThyssenKrupp nicht komplett neu entwickeln muss. Vielmehr greift man auf Technologien des Transrapid-Projektes zurück, an dem das Unternehmen ebenfalls beteiligt ist. Bei diesem Linearmotor wird im Fahrweg ein elektromagnetisches Feld erzeugt, das die Strecke entlangwandert und die Kabine mit sich zieht. Der erste Aufzug mit sogenannten MULTI-Kabinen soll bereits im nächsten Jahr in Betrieb gehen. Einsatzort wird ein 235 Meter hoher Test- und Entwicklungsturm für Hochgeschwindigkeitsaufzüge in Rottweil (Baden-Württemberg) sein. Das Gebäude soll Ende 2016 fertiggestellt werden.

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