Foldscope: Mikroskop als Bastelbogen

Eine Forschungsgruppe um den Inder Manu Prakash hat an der Universität von Stanford einen Mikroskop-Bastelbogen – das sogenannte Foldscope – entwickelt. Damit lässt sich innerhalb kurzer Zeit ein funktionstaugliches Mikroskop zusammenbauen. Das komplette Setup aus Kartongehäuse, Linse, Knopfbatterie und LED kann zu sehr geringen Kosten von unter einem Euro herstellt werden. In Abhängigkeit der eingesetzten Linse soll die Konstruktion für bis zu 2000-fache Vergrößerungen gut sein.

Funktionsweise des Foldscope (Quelle: Origami - based paper microscope von Prof. Manu Prakash)

Funktionsweise des Foldscope (Quelle: Origami – based paper microscope von Prof. Manu Prakash)

Die Nutzung ist ebenfalls recht einfach. Der Betrachter muss die Linse so nah an das Auge heranbringen, dass die Brauen das Papier berühren. Anschließend fokussiert er über die Daumen die Position der Linse und ihren Abstand zum Untersuchungsobjekt. Das Foldscope soll nicht nur eine nette Spielerei sein. Ein naheliegender praktischer Einsatz könnte im Schulunterricht liegen. Aber auch für den Medizinsektor in Entwicklungsländern sehen die Stanford-Wissenschaftler sinnvolle Einsatzmöglichkeiten.

Wer jetzt Lust auf einen Selbstbau bekommen hat, dem kann ich diesen Mikroskop-Bausatz empfehlen. Mit der beiliegenden Mikroskoplinse ist eine 40-fache Vergrößerung möglich. Dies reicht zum Beispiel aus, um die Subpixel eines LCD-Displays am Handy zu erkennen.

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