Camera lucida – alte Technik wird zum Leben erweckt

(Quelle: www.neolucida.com)

(Quelle: www.neolucida.com)

Die Camera lucida ist ein optisches Gerät, das früher als Zeichenhilfe verwendet wurde, um die richtigen Proportionen eines Malgegenstandes auf Papier zu bannen.

Das Funktionsprinzip ist so genial wie einfach: Der Zeichner blickt durch ein Prisma nach unten auf die Zeichenebene. Die vom Gegenstand kommenden Lichtstrahlen treffen jedoch von vorn auf das Prisma und werden an den Innenflächen reflektiert beziehungsweise so abgelenkt, dass dem Zeichner der Gegenstand vor Augen erscheint. Es erfolgt also keine Projektion des Gegenstandes auf der Zeichenebene, vielmehr wird ein virtuelles Abbild des Gegenstandes in der Wahrnehmung des Zeichners erzeugt.

Glasprisma mit zwei im 135°-Winkel zulaufenden Oberflächen (Quelle: www.wikipedia.org)

Glasprisma mit zwei im 135°-Winkel zulaufenden Oberflächen (Quelle: www.wikipedia.org)

Durch diese Überlagerung ist ein leichtes Nachzeichnen möglich. Es wird vermutet, dass viele große Meister auf diese Zeichenhilfe zurückgegriffen haben.

Der Name Camera lucida kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie heller Raum, in Anlehnung an die Camera obscura (lat. camera „Kammer“; obscura „dunkel“).

The NeoLucida Project from NeoLucida on Vimeo.

Das NeoLucida-Projekt hat sich diesem Gerät angenommen und eine Variante für das 21. Jahrhundert entwickelt. Nach erfolgreicher Kickstarter-Kampagne ging eine erste Serie im Dezember 2014 über den Ladentisch. Inzwischen ist die NeoLucida leider ausverkauft, soll ab März 2015 bei BigIDesign jedoch wieder verfügbar sein.

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